Schauen wir uns Gott mal genauer an. Denn Gott ist überall – aber überall anders.
ICH - Gott als erste PersonGott ist das wahre Selbst. Gott ist das einfache Gewahrsein dieses Moments. Jetzt. Es ist die Präsenz jedes Augenblicks. Von Ewigkeit zu Ewigkeit. Gott als eine ICH-Bin-heit, jenseits von Zeit und Raum und dennoch in jedem Augenblick, in jedem Menschen, in jedem Universum gleich und gegenwärtig. Immerdar. Perfekt. ICH-BIN der Weg, die Wahrheit und das Leben.
Nicht nur in diesem oder jenen Mensch, sondern in allen Menschen, ist der eine Christus, die eine Buddha-Natur, das eine ICH BIN. Der Zeuge aller Dinge.
Sowenig die Welle das Meer finden kann, sowenig kann das ICH-BIN gesucht oder gefunden werden - weil das ICH-BIN niemals ausserhalb von uns ist.
Oder in Rudolf Steiners Worten aus der Esoterischen Stunde von 1908: „Alle Bezeichnungen für den Christus, die anders sind als das «Ich bin», sind nicht richtig. Wir können nie von «Er» sprechen."
Gott als ICH-BIN ist kein Objekt, sondern eine Leerheit, ein So-Sein. Eine klare und einfache Gegenwärtigkeit dessen was ist – was immer auch ist.
Bevor Abraham war ICH-BIN. Das ist unsere Mitte. Ungeboren. Unsterblich. Unsere natürliche, gottgebetene Schönheit und stille Würde. Einfach so.
Es ist uns in die Wiege gelegt. Nichts ist mehr ich, als dieser Gott der ersten Person. Er ist uns nicht nahe – ICH-BIN ich. ICH-BIN in jedem Menschen das INDIVIDUUM – das Ungeteilte. Es gibt nur EIN Ungeteiltes in ALLEM.
GOTT
Unser Job: Lebe Dein sterbliches Selbst aus der Unsterblichkeit dieses ICH-BIN. Lebe die Fülle aus der Leerheit. Höre die Musik als die Stille. Bekenne: ICH BIN Gott.
DU – Gott als zweite PersonGott als das allmächtige Andere, das mystische DU. Der Erlöser und das Göttliche, vor dem sich das Ego neigt. Die absolute Dimension an dessen Erhabenheit, Unendlichkeit, Fülle, Macht, Kraft und Herrlichkeit, wir selbst in unseren wildesten Träumen nicht annähernd heranreichen.
TT
Der Schöpfer des Himmels und der Erde. Gott als ewiger Horizont der Verehrung, der Dankbarkeit und Anbetung.
Das Ego kann nicht anders als zu Boden gehen, vor diesem DU. Es ist der Vater-Gott, die Spitze der Hierarchie. Ein „allmächtig-geistig-physisches Gotteswesen, das seinen Geschöpfen auf vorangeht“ (Steiner) und zu dem wir nur ein einziges Verhältnis haben können: Unterwerfung.
GOTT
Niemals sind wir dieser Gott. Nichts ist größer als die Distanz zwischen uns und diesem Gott. Die Flammenaugen dieses Gottes verbrennen unseren narzisstischen Kern.
Gnadenlos erkennt die zweite Person Gottes unsere Sündhaftigkeit. Selbst in den letzten Winkeln spürt er das Ego auf. Vater unser – geheiligt werde dein Name. Dein Reich komme, Dein Wille geschehe.
Unser Job: Knie nieder Mensch! Töte dein Ego, bete, danke, unterwerfe Dich, ohne wenn und aber, dem großen DU.
ES – Gott als dritte PersonGott als der kosmische, evolutionäre Prozess. Gott als Gewebe des Lebens. In jedem Kristall erblicken wir die wunderbare Anwesenheit dieses Gottes.
In jeder Rose wächst diese lebendige Kraft, jedes Reh fühlt in sich diese unbändige Lust zu leben, zu lieben und sich fortzupflanzen und jeder Mensch fühlt die Wärme des Blutes, die Kraft des Atems, die Lebendigkeit seines Wesens, die wachsende Bewusstheit seines Denkens und den Fortschritt seiner werdenden Moralität.
Gott ist als ES - der heilige Geist, der vor nichts halt macht. Der Geist Gottes, der im Brot, im Bier, in jedem Apfel, in jedem Fluss seine nicht enden wollende Dynamik entfaltet. Gott als Natur, die zur Kultur evolviert. Die inspirierende Quelle des neuen WIR.
Gott ist in der dritten Person der evolutionäre Prozess selbst, den wir in der extaktischen Lust eines Orgasmus ebenso fühlen, wie in einem hellen, klaren und nüchternen Gedanken.
Der Geist, mit dem vor milliarden Jahren das großen Tohuwabohu begann. Der Geist, der seinen vorläufiges Höhepunkt mit Dir, vor diesem Laptop, erreicht hat.
Gott ist der Geist der Evolution und wir sind untrennbar mit diesem Geist verbunden. ES fordert, fördert und inspiriert uns zum Wachstum und zur Höherentwicklung. ES spornt uns dazu an, eine neue Kultur zu erschaffen. "Evolution ist, was wir tun" (Andrew Cohen)
Unser Job: Entdecke und verstehe den Geist Gottes im ganzen ätherischen Gewebe des Lebens. Und vor allem: Werde selber die evolutionäre, ispirierende Kraft, die alles verändert. In dem Bewusstsein, dass Du nie vollendet, aber immer werdend bist. ES wird durch uns.
GOTT als Dreieinigkeit +Das sind die drei Dimensionen, die drei Gesichter GOTTES. Das 1-2-3-Gottes, die Trinität. Du kannst diesen Gott auch Geist, Idee, Allah, oder Energie bezeichnen – das ist nicht das Entscheidende.
Das Entscheidende ist, dass dieses Worte transparent für uns werden. Das Entscheidende ist, dass wir uns ein lebendiges, aufgeklärtes, transparentes, kreatives und verantwortungsvolles Verhältnis zu diesem GOTT erarbeiten.
Fühle, verstehe und erkenne, die große Vollkommenheit Gottes. Die Dreieinigkeit der Trinität in uns. Laß Gott als dieses non-duale in Deiner Eigenart auferstehen.
Im Grunde ist dies die vierte Dimension Gottes. Das vierte Gesicht Gottes, das AUGE GOTTES, welches erscheint, wenn dies alles, als widerspruchsfreie Erfahrung in UNS gelebt, verstanden, geliebt wird.
Unser Job: Erkenne, lebe und liebe also die mystische Tatsache, die von diesem Gott ausgeht, der Du immer bist, nie sein kannst und stetig wirst.
Life ist for Living and Living is free
Inspired by und zum weiterlesen empfohlen: EnlightenNext, info3, Kamphausen, Integrales Forum, Rudolf Steiner
















